Servus!
Wochenende begann am Freitag mit einer Tour durch die verschiedenen Lokale von Shuya, da das Stammlokal vor Ort („Stockwerkbar“) bis ein Uhr eine geschlossene Gesellschaft zu bewirten hatte.
Also auf in das Nachtleben, wenn es auch nicht übermäßig viel zu bieten hat. Dies gilt nur für die Lokale, denn es sind durchaus viele Leute abends unterwegs, auffallend ist, dass es sich dabei fast ausschließlich um junge Leute handelt.
Um eine kurze Übersicht über die wichtigsten Bars in Shuya zu geben, hab ich euch eine kurze Zusammenstellung gemacht:
- Cocktailbar (nett, inklusive Schaschlikgeruch)
- Genickschussbar (gefährlich, möglichst nicht besuchen)
- Eisbärbar (heisst wirklich so, Beschreibung siehe unten
- Stockwerkbar (DAS Stammlokal)
- Maximus (der lokale Club – es war zwar groß eine Internetadresse angegeben – diese gibt es aber leider nicht…)
Die Cocktailbar gleich gegenüber vom Kino bietet kaltes Bier auf Ikea Möbeln, in der Genickschussbar war ich leider nicht, siehe Hinweis in Klammern. Auch ist mir nicht bekannt, wieso sie unter den lokalen Österreichern diesen Namen trägt.
In der Eisbärbar fand gerade eine surreale Karaokevorführung statt, als wir das Etablissment betraten. Eine der Sängerinnen textete nach ihrem Auftritt auch jemanden von unserer drei Mann starken Gruppe zu, leider versteht er kein Russisch. Dies störte die Dame Mitte 40 aber nicht, sie machte weiter und forderte wiederholt zum Tanz auf, was sie dann auch dazu bewegte, dem Angesprochenen zwei Mal das Bier zu verwehren, indem sie die Hand mit dem Gerstensaft sanft aber bestimmt auf den Tisch zurückdrückte. Das Gespräch blieb einseitig. Irgendwann zog es die Dame vor, von dannen zu ziehen, um sich wieder der in den hinteren Räumlichkeiten feiernden Hochzeitsgesellschaft anzuschließen.
Nach einem kurzen Besuch im lokalen Club („Maximus“ – siehe oben) fand der Abend seinen gemütlichen Abschluss in der Stockwerkbar, wo wir bekannt willkommen sind und der Gerstensaft stets gut schmeckt.
An diesem Wochenende kamen mir wieder einige interessante Fakten über Shuya zu Ohr: Zum Beispiel soll sich das Verhältnis zwischen Pfarrer und Bürgermeister wie bei „Don Camillo & Peppone“ abspielen, was die folgende Geschichte unterestreicht: Mit viel Aufwand und Mühen (und auch Unterstützung von der lokalen Wirtschaft) wurde die Beleuchtung der wirklich sehr schönen Kirche von Shuya realisiert. Was aber zuvor keiner Bedacht hatte: Eine solche Beleuchtung benötigt Strom – und dieser muss bezahlt werden. Wer soll nun aber die Geldbörse aufmachen? Die Kirche oder die Gemeinde? Ohne eine Einigung zu erzielen, ist der derzeitige Stand, dass die Beleuchtung eben nur sonntags und an hohen Feiertagen eingeschaltet wird…
Ähnliches gilt auch für die Beleuchtung der wirklich sehr netten Fußgängerzone von Shuya (siehe Bilder): Die Lampen sind da und auch mit Energiesparleuchtmitteln ausgestattet, doch abends bleibt es dort finster. Dies sieht irgendwie sehr komisch aus, da die Leute dies nicht stört und so die Fußgängerzone abends sehr belebt aber eben auch sehr dunkel ist.
Auch waren wir gestern auf der Post, um Marken zu kaufen. Gar kein so leichtes Unterfangen – speziell wenn man 10 Minuten braucht, um der netten Angestellten hinter dem Schalter (die sich natürlich ob der Kleinigkeit, dass Kunden vor ihrem Schalter warten, nicht aus der Ruhe bringen lässt und erst mal ihre Aufzeichnungen vervollständigt) klar zu machen, was man denn überhaupt will. Umso größer war natürlich die Überraschung, als das russische Wort für Marke sich dann als das doch recht naheliegende „Marka“ herausstellte – der Weg dorthin war steinig.
Mit den frisch errungenen Marken (eigentlich mehr von Tom und seinem Russisch errungen), fühlten wir uns gestärkt in unserem Tatendrang und besuchten auch noch den lokalen Heimwerkermarkt, genannt Känguruh. Nachdem wir nach einem Ausflug in den ersten Stock (verbunden mit gröberen Mengen an Lösungsmittel in der Luft in der Farbabteilung) den gewünschten Duschschlauch im Erdgeschoss fanden, machten wir uns auf den Weg nach Ivanovo, wo ich einige CDs käuflich erwarb. Danach noch ins chicste Lokal von Ivanovo, wirklich sehr schön. Nicht so schön: Die anderen beiden tranken Sprite und ich – ohne nach dem Preis zu fragen – ein großes Bier. Dass es sich dabei um Spaten aus München handelte, konnte man nicht erahnen – ebensowenig wie den Preis, der mit 270 Rubeln so ziemlich gleich viel betrug wie mein Essen gekostet hatte…
Gut genährt machten wir uns also auf den Heimweg. Eigentlich wäre heute Schwimmen geplant gewesen, aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemach – mehr als 13 bis 14 Grad waren heut nicht drin…
- Alles klar“
- Die erwähnte (nachts dunkle) Kirche
- James Lässig
- Ich – im Hintergrund die Eisbärbar
- Ich
- Der Tom
- Die schöne Fußgängerzone von Shuya – die nachts dunkel bleibt
- Nunja, meine Lenin Imitation ist dann wohl eher gescheitert… Übelst schau ich auf dem Bild aus!
- Lenin
So long,
Gregor
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